Baustellen und Stau in NRW: Warum Bauzeit Stauzeit ist
Kurz gesagt
NRW ist Stauland Nummer eins. Rund zwei Drittel aller Autobahnbaustellen in Deutschland liegen hier, bei nur 17 Prozent Anteil am Netz, und auf NRW entfällt rund ein Drittel der bundesweiten Staubelastung. Die meisten Baustellen sind alternativlos. Entscheidend ist, wie schnell und wie gut abgestimmt gebaut wird.
Stau ist ein Angebot-Nachfrage-Problem
Ein Fahrstreifen fasst bei zwei Sekunden Zeitlücke theoretisch rund 1.800 Fahrzeuge pro Stunde. Real schwankt der Wert mit Wetter, Lkw-Anteil und Fahrverhalten. Wird es eng, reicht ein zu dichtes Auffahren für den „Stau aus dem Nichts“: Eine Bremsung pflanzt sich als Welle nach hinten fort.
Stau endet nicht an der Ausfahrt
Wer Wohngebiete ohne Schienenanbindung plant, produziert den Stau von morgen. Verkehrsarmes Wohnen entlang leistungsfähiger Bahnachsen ist die nachhaltigste Staubekämpfung.
Was hilft
- Kurze Bauzeiten: Arbeit rund um die Uhr, Anreize für frühere Fertigstellung
- Koordination: In NRW ist ab 2027 eine digitale Meldepflicht für Baustellen im Straßen- und Wegegesetz vorgesehen, mit landesweitem Lagebild
- Kommunikation: Umleitungen, Zeitpläne und Gründe früh und verständlich erklären
- Gute Beispiele nutzen, etwa die Haarbachtalbrücke
„Wir müssen wieder mehr miteinander sprechen!“
Quellen
- ADAC-Staubilanz 2020; WDR / ADAC zu Baustellen in NRW
- Suthold, R.; Berlitz, J.; Krusche, M. (2021): Stauanalyse für NRW. Straßenverkehrstechnik 5/2021
- Brilon, W.; Regler, M. u. a. (2005) zur Kapazität von Autobahnen
Persönliche fachliche Auffassung von Roman Suthold. Stand: 4. Oktober 2026.