Mobilitätswende: Wie viel weniger Autoverkehr möglich ist

Kurz gesagt

Die Mobilitätswende ist neben der Energiewende dringend nötig. Vollständige Autofreiheit ist aber unrealistisch. Realistisch ist eine deutliche Reduktion: bis zu 50 Prozent weniger Autoverkehr in Städten, und schon 30 bis 40 Prozent weniger wirken wie eine autofreie Stadt.

Wunsch und Wirklichkeit

Viele Menschen wünschen sich Städte mit weniger Autos. Gleichzeitig steigen die Zulassungszahlen, und große Fahrzeuge sind gefragter denn je. Wer Kinder bringt, pendelt oder Werkzeug transportiert, entscheidet nach Zeit, Kosten und Bequemlichkeit.

Was wirkt

Erfolgreiche Städte machen Alternativen attraktiver als das Auto. Kopenhagen baut seit Jahrzehnten Radverkehr, der schneller und bequemer ist als das Auto. Utrecht ordnet seine Stadtteile nach der ABC-Planung: dichte Nutzungen dorthin, wo Bus und Bahn am stärksten sind. Barcelona beruhigt mit Superblocks ganze Quartiere. Wien baute in der Seestadt zuerst die U-Bahn und dann die Stadt.

Es gibt keine Blaupause. Was funktioniert, hängt von Größe, Struktur und Mobilitätskultur einer Stadt ab. Auf dem Land bleibt das Auto das Rückgrat der Mobilität. Gleiche Ziele, unterschiedliche Werkzeuge.

„Bequemlichkeit sticht Moral!“

Position

Die Mobilitätswende gelingt pragmatisch, bequem und datenbasiert. Umsteigen muss sich lohnen. Maßnahmen sollten messbar sein und korrigiert werden, wenn sie nicht wirken.

Quellen

  • Topp, H.; Haag, M. (1997): Notwendiger Autoverkehr. BASt-Bericht V 43
  • Blees (2020) zur Wahrnehmung autoarmer Städte
  • Götz, K.; Deffner, J. (2009) zur Mobilitätskultur

Persönliche fachliche Auffassung von Roman Suthold. Stand: 4. Oktober 2026.