Notwendiger Autoverkehr in der Stadt: Was bleibt?

Kurz gesagt

Rund zwei Drittel der städtischen Autofahrten gelten als notwendig. Wie groß der Anteil ist, hängt davon ab, wie gut Bus und Bahn erreichbar sind, wie rad- und fußfreundlich eine Stadt ist und wie Parkraum organisiert wird. Wer den Autoverkehr reduzieren will, muss den notwendigen Teil zuverlässig sichern.

Wer auf das Auto angewiesen ist

  • Handwerk und Bau, mit Werkzeug und Material
  • Pflege- und Betreuungsdienste
  • Liefer- und Wirtschaftsverkehr
  • Rettungsdienste und Abfallentsorgung
  • Menschen mit eingeschränkter Mobilität

Handwerk braucht Zufahrt

Wärmepumpen, Solaranlagen und energetische Sanierung werden von Handwerksbetrieben eingebaut. Wenn ihre Fahrzeuge keine Zufahrt und keine Ladezone finden, wird die Energiewende langsamer und teurer. Städte brauchen deshalb Liefer- und Ladezonen, Wirtschaftsparkplätze und Ausnahmen, die im Alltag funktionieren.

Im Bürgerrat der Stadt Köln

Im März 2025 hat Roman Suthold dem Bürgerrat der Stadt Köln erläutert, welche Fahrten in einer Großstadt notwendig bleiben und welche sich verlagern lassen, mit Beispielen aus London und Darmstadt. Entscheidend ist die Mobilitätskultur: Was in Berlin-Kreuzberg funktioniert, passt nicht automatisch nach Köln-Widdersdorf.

Position

Notwendiger und verlagerbarer Verkehr gehören getrennt betrachtet. Verlagerbare Fahrten lassen sich mit guten Alternativen reduzieren. Für notwendige Fahrten braucht es Platz und Planungssicherheit.

Quellen

  • Topp, H.; Haag, M. (1997): Notwendiger Autoverkehr. BASt-Bericht V 43

Persönliche fachliche Auffassung von Roman Suthold. Stand: 4. Oktober 2026.