Parkraum und Straßenraum: Wie Städte den Platz fair verteilen
Kurz gesagt
Der Straßenraum ist die wertvollste Ressource der Stadt. Bis zu 40 Prozent des Stadtverkehrs sind Parksuchverkehr, und bis zur Hälfte davon ließe sich mit digitalem Parkraummanagement vermeiden. Umverteilung gelingt, wenn sie datenbasiert und revidierbar ist und Mobilität bezahlbar bleibt.
Vom Restflächen-Denken zur fairen Verteilung
Das Leitbild der autogerechten Stadt verteilte den Straßenraum von innen nach außen: erst die Fahrbahn, dann der Rest. Moderne Planung beginnt am Rand, beim Fuß- und Radverkehr. So entsteht Platz für sichere Wege, Bäume, Lieferzonen und Aufenthalt.
Parkraum ist der Hebel
- Digitales Parken mit Preisen, die sich nach der Auslastung richten
- Shared Parking: private Stellplätze, die tagsüber oder nachts leer stehen, öffentlich nutzbar machen
- Quartiersgaragen und Mobilstationen, damit der Straßenrand frei wird
- Anwohnerparken nach Bedarf bepreisen, aber mit Deckel
Akzeptanz entsteht durch Daten
Pop-up-Radwege ohne Einzelfallprüfung erzeugen Widerstand und müssen oft nachgebessert werden, wie in Düsseldorf. Besser sind Maßnahmen mit klaren Zielen, Messung und der Bereitschaft zur Korrektur. Gemeinsame Kampagnen wie #fahrrunter in Bremen, getragen von ADAC und ADFC, zeigen, dass Auto- und Radlobby an einem Strang ziehen können.
„Wir brauchen keine autogerechte Stadt, keine fahrradgerechte Stadt und auch keine ÖPNV-gerechte Stadt. Wir brauchen eine menschengerechte Stadt.“
Und: Mobilität muss bezahlbar bleiben!
Quellen
- Suthold, R.; Krusche, M. (2020): Flächenkonkurrenz im begrenzten Straßenraum. KommunalPraxis spezial 3/2020
- Suthold, R.; Koch, H. (2015): Innovatives Parkraum-Management und -pricing. Städte- und Gemeinderat 7-8/2015
- Modellprojekt ParkPilot Köln
Persönliche fachliche Auffassung von Roman Suthold. Stand: 4. Oktober 2026.