Marode Brücken in NRW: Zahlen, Kosten, Lösungen
Kurz gesagt
In Nordrhein-Westfalen gelten rund 2.500 Brücken als marode, etwa 800 davon als mangelhaft. Rund 30 Prozent der Autobahnbrücken sind sanierungsbedürftig, in Bayern nur 9,8 Prozent. Jede Vollsperrung kostet Region und Wirtschaft dreistellige Millionenbeträge pro Jahr.
Kein Einzelfall, sondern ein Symptom
Viele Brücken stammen aus den 1960er und 1970er Jahren. Sie wurden für deutlich weniger und leichteren Verkehr gebaut, als heute über sie rollt. Über Jahrzehnte wurde repariert statt erneuert. Die Sperrungen von Rahmedetalbrücke und Bonner Nordbrücke zeigen, was passiert, wenn die Substanz aufgebraucht ist.
Was Sperrungen kosten
Umwege kosten Zeit, Kraftstoff und Nerven. Für die Region um die Rahmedetalbrücke schätzt das Difu den Schaden auf rund 25 Millionen Euro pro Monat. Für eine Vollsperrung der Friedrich-Ebert-Brücke in Bonn errechnet eine ADAC-Studie 170,2 Millionen Euro pro Jahr. Schnelles Bauen ist deshalb keine Kür, sondern volkswirtschaftliche Pflicht.
Was hilft
- Funktionale Ausschreibung: Planung und Bau aus einer Hand, wie an der Rahmedetalbrücke
- Überjährige, bedarfsorientierte Finanzierung statt Reparieren im Jahrestakt
- Priorisierung nach Zustand und volkswirtschaftlicher Bedeutung
- Frühe, ehrliche Kommunikation mit Anwohnern, Pendlern und Wirtschaft
Quellen
- IHK NRW; Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt): Brückenzustand
- ADAC (2025): Volkswirtschaftliche Kosten einer Vollsperrung der Friedrich-Ebert-Brücke Bonn
- Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) 2025: Schätzung Rahmedetalbrücke
Persönliche fachliche Auffassung von Roman Suthold. Stand: 4. Oktober 2026.